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| Anton - der tapferste Hund der Welt! |
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Sein Tagebuch...
Schäferhundmischling Anton war so gut wie vermittelt, als er beim Abendspaziergang aus dem Lauf heraus plötzlich aufjaulte und sein linkes Hinterbein nicht mehr belastete. Die Röntgenuntersuchung am nächsten Tag bei unserem Tierarzt brachte dann die niederschmetternde Diagnose: schwere HD (Hüftgelenksdysplasie) beidseitig. Rechts schlimmer als links.
Nun wurde beraten was gemacht werden kann. Denn mit der Gabe von Schmerzmitteln war der Hund zwar schmerzfrei, jedoch war damit das eigentliche Problem nicht beseitigt.
Unser Tierarzt machte uns auf eine Studie der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover aufmerksam, bei der noch Probanden gesucht wurden, die aufgrund von Hüftproblemen als Kandidaten für ein neues Hüftgelenk in Frage kommen. So wurde mit der TiHo Hannover Kontakt aufgenommen, und ein Termin vereinbart bei der Anton von den dortigen Tierärzten untersucht werden sollte und er im Anschluss daran dort operiert werden sollte, wenn er für ein neues Hüftgelenk in Frage kommt.
Am 10.2.09 war dann Antons großer Tag, und er machte sich mit der Auszubildenden Niki, bei der er auch in Pflege war, auf den Weg in die TiHo Hannover.
Dort wurde er nach der Anmeldung zuerst einmal eingangsuntersucht. Dabei wurde der allgemeine Gesundheitszustand festgestellt. Also Augen anschauen, Zähne und Schleimhäute kontrollieren ob die Durchblutung in Ordnung war, Herz und Lunge abhören, ob es dort Auffälligkeiten oder Unregelmäßigkeiten gab und Temperatur messen. Das war alles zufrieden stellend, so dass damit begonnen wurde sich dem eigentlichen Problem zu widmen. Den Hinterbeinen. Dabei wurden alle Gelenke der Hinterhand gründlich abgetastet. über Sprunggelenk und Kniegelenk bis zur Hüfte hinauf. Anschließend ging es noch aus dem Gebäude raus, um zu sehen, wie er läuft. Abgesehen davon, dass sich dabei bestätigte, dass Anton die Hüfte Probleme bereitet, bestand nach dieser Untersuchung der Verdacht, dass Anton sich am linken Knie das Kreuzband gerissen hat. Das hatte noch gefehlt, denn dann hätte Anton nicht an der Hüfte operiert werden können. Nachdem sich jedoch noch drei weitere Tierärzte das Knie angeschaut und abgetastet hatten, kam man zu der Diagnose, dass das Kreuzband heil ist, das Knie jedoch sehr wenig bemuskelt ist, und es deshalb etwas wackelig ist.
Anschließend wurde Anton noch Blut abgenommen um daran eventuelle Probleme oder Fehlfunktionen der inneren Organe feststellen zu können.
Dann ging es wieder ins Wartezimmer um zu warten, dass es mit dem Röntgen weiter ging.
Beim Röntgen hat Anton sich, wie auch schon zuvor, vorbildlich benommen und das TiHo-Personal mit seiner freundlichen Art begeistert. Dort wurde neben der Hüfte noch das Kniegelenk, der Bauchraum und der Brustkorb geröntgt.
Dabei stellte sich heraus, dass Anton eine verkleinerte Leber hat, was zur Sicherheit noch eine Ultraschalluntersuchung forderte, um festzustellen, was es mit der Leber auf sich hat, denn die Blutergebnisse deuteten nicht daraufhin, dass Anton mit der Leber Probleme hat.
Auch bei der Ultraschalluntersuchung waren alle von ihm begeistert, da er ganz entspannt auf dem Tisch lag und sich den Bauch scheren ließ und bei der Untersuchung fast eingeschlafen wäre. Wenn er nicht so kitzelig am Bauch wäre...
Die Ultraschalluntersuchung brachte hervor, dass Antons linker Leberlappen stark verkleinert ist, der rechte dafür sehr vergrößert. Die Tierärzte vermuten, dass diese Verkleinerung wohl angeboren ist, und der rechte Leberlappen das Ganze kompensiert, so dass es Anton nicht weiter beeinträchtigt.
Somit stand einer OP am nächsten Tag nichts mehr im Wege.
Bevor Anton jedoch alleine in der TiHo zurück bleiben musste, war zuerst noch eine Laufbandanalyse angesagt. Diese war Teil der Studie, an der Anton als Proband teilnimmt.
Dafür wurden sie von zwei sehr netten Doktorantinnen im Wartezimmer abgeholt und mussten in ein anderes Gebäude gehen. Dort stand ein großes Laufband, bestehend aus vier Einzellaufbändern. Für jede Pfote eins. Bevor es jedoch auf das Laufband ging, bekam Anton an den Gelenken der Hüfte und Hintergliedmaßen mehrere Sensoren mit Klebeband befestigt. Mit Hilfe der Sensoren wird durch Photogrammetrie der genaue Bewegungsablauf der Hinterhand dokumentiert. Dieses wird im Rahmen der Studie 4 mal gemacht. Einmal vor der OP, dann 10 Tage nach der OP, beim Fäden ziehen, einen Monat nach der OP und noch mal sechs Monate später.
Nachdem Anton nun mit den Sensoren ausgestattet war, ging es auf das Laufband. Antons einzige Aufgabe bestand darin, nun möglichst gleichmäßig auf dem Laufband zu laufen, während seine Betreuerin darauf achten musste, dass nach Möglichkeit jede Pfote auf einem der Laufbänder läuft. Und was soll man sagen... Anton meistere seine Sache wieder sehr souverän. Als hätte er genau verstanden worum es ging. Nachdem Laufen wurden die Sensoren wieder abgenommen, und es gab, sehr zu Antons gefallen, eine Runde Leckerlies. Dann ging es ein letztes Mal ins Wartezimmer zurück.
Nach einem abschließenden Gespräch und Erledigung von Formalitäten tauschte Anton sein Geschirr gegen ein Klinikhalsband und ging vertrauensvoll mit der Tierarzthelferin mit, um sein Zuhause für die nächsten Tage zu beziehen und der Dinge zu harren, die da kamen...
11.2.2009:
Mittwoch Mittag kam der erlösende Anruf aus der TiHO Hannover. Anton hat die OP gut überstanden und war auch schon wieder munter.
12.2.2009:
Wieder ein Anruf aus der TiHO Hannover. Anton geht es den Umständen entsprechend gut. Er belastet sein operiertes Bein schon wieder leicht und ist munter. Lediglich sein Magen macht ihm etwas zuschaffen. Morgen kann Anton abgeholt werden!
13.2.2009:
Um 12 Uhr ist die Auszubildende Niki wieder in der TiHo Hannover um Anton abzuholen. Zuerst wird noch besprochen, wie Anton weiter behandelt werden muss. Also welche Medikamente er bekommt, und was beim Umgang mit ihm in der nächsten Zeit beachtet werden muss. Wie z.B. keine Treppen steigen, nicht Springen, strenge Leinenpflicht die nächsten 8 Wochen, 5-6 kurze Spaziergänge á 10-15 Minuten, danach Steigerung auf 20-30 Minuten. Zusätzlich wird angeraten, nach dem Fäden ziehen in 10 Tagen, mit Physiotherapie zu beginnen .
Dann wird Anton geholt. Sein Anblick ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, denn nicht nur, dass er beim Laufen noch mit einem Handtuch unterstützt werden muss, sondern auch sein komplett rasiertes rechtes Bein mit der großen Narbe drauf sind ein ungewohnter Anblick. Nach einer stürmischen Begrüßung (das ging schon wieder?) ging es zum Auto zurück und Anton trat die Heimreise an.
Es gibt Neuigkeiten von Anton:
24.2.09: Heute war Anton wieder in der TiHo Hannover zum Fäden ziehen und zur erneuten Laufbandkontrolle. Die Wunde sieht gut aus und Anton lahmt auch nur noch leicht.
13.3.09:
Eigentlich sollte Anton bereits heute zur erneuten Laufbandkontrolle und zum Kontrollröntgen. Dieser Termin musste auf den 16.3. verschoben werden, da Anton leider eine schwere Magenschleimhautentzündung bekommen hat. Diese hat er allerdings gut überstanden und er frisst wieder gut.
16.3.09
Bei der Laufbandkontrolle zeigt sich, dass Anton wieder normal läuft, und auch das Kontrollröntgen war positiv. Das Implantat sitzt an Ort und Stelle und die Wunde ist gut verheilt. Die OP war also ein voller Erfolg! Nun muss noch das Fell nachwachsen und Anton soll noch weitere 4 Wochen strenge Leinenpflicht einhalten.
Weiterhin darf er nicht mit anderen Hunden spielen, rennen, toben oder Treppen steigen. Dies fällt ihm sehr schwer, denn als bewegungsfreudiger Hund hat er durch die lange Schonung sehr viel aufgestaute Energie!
Nach dem Fäden ziehen wurde mit der notwendigen Physiotherapie begonnen, damit Anton schnell sein Bein wieder vollständig belasten kann. Die Kosten dafür übernimmt die Pflegestelle.
Im Juni muss Anton ein letztes Mal nach Hannover aufs Laufband. Dieses hoffentlich mit seinen neuen Besitzern, denn dieser liebenswerte Hund sucht immer noch ein eigenes Zuhause.
Wenn die operierte Hüfte wieder voll belastbar ist, wird sich zeigen ob diese die andere Seite genügend entlastet oder eine weitere OP ansteht.
In diesem Fall wären wir erneut auf Ihre Hilfe angewiesen...
Vorerst möchten wir aber in Antons Namen allen Menschen danken, die sich mit einer Spende an der Operation beteiligt haben und so diese überhaupt ermöglichten.
Vielen Dank!
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